KYC (Know Your Customer)

KYC (Know Your Customer)

1. Kurzdefinition

KYC steht für „Know Your Customer“
eine gesetzlich vorgeschriebene Identitätsprüfung,
die Finanzdienstleister durchführen müssen,
um Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Betrug zu verhindern.

Im Kryptobereich bedeutet KYC, dass Nutzer ihre Identität mit Ausweis oder Video-Ident bestätigen müssen,
bevor sie auf Börsen handeln oder Kryptos kaufen dürfen.


2. Ausführliche Erklärung

Das KYC-Verfahren stammt ursprünglich aus dem klassischen Bankwesen
und wurde mit der Anwendung der Geldwäschereigesetze (AML – Anti Money Laundering)
auch auf Kryptodienste ausgeweitet.

Bei einem KYC-Prozess musst du in der Regel:

  • deinen Ausweis oder Reisepass hochladen,

  • oft auch eine Selfie- oder Video-Identifikation durchführen,

  • manchmal zusätzlich eine Adressbestätigung (z. B. Rechnung) vorlegen.

Das Ziel: sicherstellen, dass du eine echte Person bist und kein Konto unter falschem Namen führst.

Plattformen wie Binance, Kraken oder Bitpanda verlangen vollständige KYC-Verifizierung,
während andere wie Hodl Hodl oder Bisq bewusst KYC-frei arbeiten –
im Sinne echter Dezentralität und Privatsphäre.

Die Debatte um KYC ist in der Kryptoszene stark umstritten:
Befürworter sehen darin Transparenz und Schutz vor Kriminalität,
Kritiker warnen vor Überwachung und Kontrollverlust über persönliche Daten.

Für Self-Custody-Nutzer gilt:

Wer seine Keys selbst hält, braucht keinen KYC-Dienstleister, um Bitcoin zu besitzen.


3. Praxisbeispiel

Du meldest dich bei einer zentralisierten Börse wie Kraken an,
um Bitcoin mit Fiatgeld zu kaufen.
Bevor du handeln kannst, musst du den KYC-Prozess durchlaufen –
Pass hochladen, Video-Ident durchführen und Adresse bestätigen.

Danach darfst du handeln und Bitcoin kaufen.
Wenn du sie auf deine eigene Hardwarewallet (z. B. Tangem) überträgst,
bist du wieder vollständig im Self Custody-Modus – ausserhalb des KYC-Systems.


4. Typische Fehler & Missverständnisse

  • „KYC ist freiwillig.“ → Nur bei dezentralen Plattformen. Regulierte Anbieter sind verpflichtet.

  • „KYC schützt mich vor Hacks.“ → Nein. Es schützt die Plattform, nicht deine Coins.

  • „Ich bleibe anonym, wenn ich nur wenig kaufe.“ → Falsch. Die Schwellenwerte sinken stetig.

  • „KYC ist dasselbe wie AML.“ → Nein. AML ist das Gesetz, KYC ist die Methode.

  • „KYC ist sicher.“ → Kommt auf den Anbieter an – Datenlecks sind möglich.


5. Best Practices

  • 🧠 Verstehe, wann KYC nötig ist:
    Nur zentralisierte Plattformen sind dazu verpflichtet.
    Bei Peer-to-Peer- oder Self-Custody-Systemen entfällt es.

  • 🧾 Nutze KYC bewusst:
    Verwende separate E-Mail-Adressen oder Geräte, um Privatsphäre zu schützen.

  • 🔐 Nach dem Kauf abziehen:
    Übertrage Coins immer auf deine eigene Wallet 

  • 🚫 Keine sensiblen Daten mehrfach hochladen:
    Verwende nur etablierte Plattformen mit sicherer Datenhaltung.

  • ⚖️ Behalte die Kontrolle:
    KYC endet dort, wo du deine Keys selbst verwahrst.


6. Fakten

  • KYC = Know Your Customer = Identitätsprüfung.

  • Bestandteil internationaler AML-Richtlinien.

  • Verpflichtend für zentralisierte Kryptobörsen.

  • Kritisch für Datenschutz und Privatsphäre.

  • Nicht nötig bei Peer-to-Peer oder Self Custody.

  • Risiko: Datenlecks und Überwachung.

HODL.swiss-Leitsatz:

  • 🏔️ „Wer seine Identität teilt, gibt einen Teil seiner Freiheit ab – Self Custody braucht kein KYC.“


Definition von Marco Biner Certified Crypto Finance Experte :

Ich verstehe, warum KYC existiert –
es soll Missbrauch verhindern und Vertrauen schaffen.

Doch im Kern widerspricht es dem Geist von Bitcoin:
Freiheit, Privatsphäre und Selbstbestimmung.

Jeder muss selbst entscheiden, wie viel Kontrolle er abgibt,
um Bequemlichkeit zu gewinnen.

Ich sage immer:
KYC mag dich identifizieren –
aber nur Self Custody macht dich wirklich frei.


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